Gute Nachrichten für alle Marketingprofis? Der Immobilienboom an der Costa del Sol ist vorbei! Die meissten Unternehmen stecken in einer schweren Krise.

Die Zeiten sind vorbei, in denen jeder und sein Bruder ein Immobilienmakler in Spanien betreiben konnte.  Es war so leicht: Eröffnen Sie ein Büro mit ein oder zwei Schreibtischen darin, schließen Sie sich einem Maklerpool wie Infocasa oder dem Interagency Network an, hängen Sie einige bunte Bildchen ins Schaufenster und warten Sie auf die Käufer, die mit großen Taschen voller Bargeld reinkommen.  War  dies die gute, alte Zeit?

Das ist Geschichte!

Wer sich heute nicht positioniert, kein Alleinstellungsmerkmal hat, seine Produkte  nicht der Nachfrage anpasst, nicht professionell komuniziert, kurz gesagt wer kein professionelles Marketing betreibt kann seinen Laden bald dicht machen.

Die Nachfrage nach Immobilien in Spanien ist heute geringer, als noch vor einigen Jahren, eigentlich kaum noch vorhanden. Die Preise fallen und niemand weiß, wann der Preisverfall enden wird.  Zahlreiche Verkäufe von Immobilien vor deren Fertigstellung vergrößern zusätzlich das Überangebot.  Manche verkaufen ihre Immobilien sogar in Panik unter dem ursprünglichen Kaufpreis.

So ist es auch mit der schwachen Wirtschaft in England – der Hauptmarkt für das Immobiliengeschäft an der Costa del Sol.  Die Käufernachfrage an der westlichen Costa del Sol erreichte 2003 ihren Höchststand und fällt seitdem stetig ab. Korruptionsskandale, aufgeflogene Geldwäsche sowie illegale Bauten ohne Baugenehmigung zerstörten das Vertrauen der Käufer in die gesamte Region und durch die Verschlechterung des Preis-Leistungsverhältnisses sehen sich potentielle Käufer anderswo um.

Das Englische Pfund ist auf seinem tiefsten Stand seit es sich am Euro messen muss. Dies bedeutet der Englische Käufer muss noch tiefer in die Tasche greifen, wenn er ein Häuschen an der Costadel Soll kaufen will. Tut er aber nicht! Statt dessen sucht er nach Schnäppchen, Notverkäufen und Heimkehrern die weit unter Wert verkaufen und zufrieden sind wenn sie das was sie damals in Pfund bezahlten wieder bekommen.

Panik in der spanischen Baubranche könnte auch schlechte Nachrichten für die englischen Investoren bedeuten, behauptet eine Studie der „Lombard Street Research“.

Bauträger sahen die Kurse ihrer Aktien bis zu 65% fallen (Stand April 07). Das könnten auch einige als heftigen Wertverlust ihrer Immobilien deuten.

Inzwischen jagd ein Konkurs den anderen. Banken welche sowohl private Hypotheken für überbewertete Immobilien vergaben, als auch die Banken der Bauträger kommen ebenfalls ins Schleudern.

Alleine in der Provinz Malaga gab es über 6000 konkurrierende Immobilienmakler noch bis Ende 2007. Nach meiner Vermutung dürften bis Ende 2009 rund 70% davon ihre Betriebe aufgegeben haben.

Gute Zeiten für Marketingexperten, sollte man meinen. dem ist aber nicht so:

Ohne professionellen Rat dürfte es schwer werden, den entscheidenden Vorsprung zu bekommen und trotz einer härteren Marktsituation im Geschäft zu bleiben.

Käufer informieren sich im Netz bevor sie eine Kaufentscheidung treffen. Ich denke, daß man als sicher annehmen kann, daß es sich dabei um eine Tatsache und keine Vermutung handelt.

Allerdings wenn Sie auf die Internet Auftritte der Immobilienmakler an der Costa del Sol schauen, werden Sie feststellen, daß sie ihren Internet Auftritten entweder wenig Beachtung schenken oder es ihnen schlicht am nötigen Wissen mangelt, wie man eine professionelle Website etabliert und pflegt. Auftritte mit kaum Inhalten, veralteten Designmethoden und absolut häßlich und unprofessionell, sind die Norm und nicht die Ausnahme.

Werbung wird gar nicht gemacht. Die vorherschende Meinung ist die Besucher werden schon irgenwie auf meine Seite kommen.

Hauptsache sie sieht toll aus.

Klar,  alle wissen das Sie eine Webseite brauchen. Das wars dann aber auch schon. Das man diese bewerben muss geht nicht in die Köpfe der Makler. Statt sich Gedanken zu machen was man dem potentiellen Kunden auf der Seite an Mehrwert bieten könnte,  gibt es stundenlange Diskussionen um die Platzierung des Logos, die Farbauswahl und anderen Schnick Schnack.

Wenn ich als Marketing Profi, dann versuche zu erklären was Linkbuilding ist, warum blogs ein funktionierendes Marketing Werkzeug sind, dass man mit Bannerwerbung eine Marke etablieren kann, ein Newsletter mehr ist als das versenden der “Immobilie der Woche”, ernte ich Blicke als käme ich vom Mars.

Wenn ich dann auch noch Geld haben will, fängt das grosse Gejammer an. Nun, ja Leute Marketing kostet Geld , da beisst die Maus keinen Faden ab.

Aufwachen, liebe Immobilienmakler. Auf Ignoranz der Tatsachen steht die Todesstrafe für Eure Unternehmen! Es wird Zeit was zu tun, wir sollten mal Klartext darüber reden.

Meint

Wolfgang Brand